Unsere liebe Isla

1.2.2002 - 4.2.2016

 

Kleiner Steckbrief:

Spanischer Kunterbunt-Mix, geboren ca 01. Februar 2002 auf Fuerteventura, Stockmaß 45 cm, Farbe: rot, Stockhaar.

Gestorben am 04.02.2016.

 

Im März 2002 flog ich nach Fuerteventura - zu Hause wartete meine damals 3 jährige Rhodesian Ridgeback Hündin Numa. In der Hand hatte ich Unterlagen und Kontaktdaten der Perrera auf Fuerteventura, da ich eine Flugpatenschaft für die dortigen Hunde übernommen hatte.

Theoretisch hieß das, dass ich nach meinen drei Wochen Urlaub am Ende mit den Papieren einiger spanischer Perrera-Hunde nach Deutschland fliegen würde.

Praktisch hieß das, dass ich nach meinen drei Wochen Urlaub auf dem Rückflug ebendiese Papiere in der Hand hielt - und auf dem Schoß eine mickerige kleine Hündin, die dem Tod noch eben so von der Schippe gesprungen war.

 

Und das kam so:

Nach drei Tagen auf dieser wunderschönen Insel wollte ich mir die Perrera gerne einmal ansehen, und auch mit der Mitarbeiterin Susi Kontakt aufnehmen, von der ich die Papiere der Perrera-Hunde am Ende meines Urlaubs erhalten würde.

Die Perrera war vor allem eines: völlig überfüllt. So viele Hunde, die sich so unglaublich über Zuwendung und Streicheleinheiten freuten! Und mittendrin ein kleines, dunkelbraunes Häufchen Elend, zusammengerollt in einer Ecke eines Großraumzwingers mit etwa 20 Hunden jeden Alters.


Auf meine Nachfrage hin sagte mir die Tierheim-Mitarbeiterin, dass dies einer von drei Welpen sei, die vor drei Wochen im Alter von 3 Wochen (!) in einem Karton über den Zaun der Perrera geworfen wurden. Sie zeigte mir auch die beiden Geschwister der kleinen Hündin, die einigermaßen fidel durch den Zwinger liefen. Besagte kleine Hündin lag hingegen apathisch in der Ecke und rührte sich nicht. Die Mitarbeiterin berichtete, die etwa sechswöchige Hündin sei sehr krank, und würde vermutlich nur noch ein paar Tage überleben.

Nach einem kurzen Gespräch war es beschlossene Sache: ich würde die kleine Hündin mitnehmen und versuchen, sie aufzupäppeln.

Ins Hotelzimmer musste ich sie schmuggeln, denn Hunde waren dort nicht erlaubt. Ich kaufte also eine große Umhängetasche, legte ein Handtuch hinein und transportierte die kleine Maus nun also täglich mehrmals incognito hinein und hinaus. Gleich am nächsten Tag stellte ich sie beim ansässigen Tierarzt vor, der zu meinem Glück fließend Deutsch sprach. Er rechnete die Chancen für die kleine Hündin nicht gut aus: er diagnostizierte eine Entzündung im Magen-Darm-Bereich, eine schwere Dehydrierung und einen sehr schlechten Allgemeinzustand. Die Hündin konnte nicht einmal stehen - stellte man sie auf die Füße, sackte sie sofort zusammen. Sie bekam alles an Aufbauspritzen und Medikamenten, was dem Tierarzt einfiel - wobei er mir gutmütig riet, die Hündin doch lieber gegen einen fitteren Hund umzutauschen.

 

Die nächsten Tage waren banges Pflegen und Abwarten. Der Urlaub wurde zum Welpen-Aufpäppel-Abenteuer: ich weiß noch genau, wie ich lachen musste, als ich das kleine Tierchen im Hotel-Waschbecken badete und aus dem schokofarbenen Hündchen ein Hellbraunes wurde! Dafür war dann das Wasser pottendreckig.

Füttern gelang nur aus der Hand - sah die kleine Dame eine Futterschüssel, flüchtete sie schreiend unter das Sofa! Die Vermutung kam auf, dass sie nie eine Chance hatte, in dem Großraumzwinger an den Futternapf zu gelangen. Also Fütterung per Hand - und auf gar keinen Fall Hundefutter, denn der Geruch schien ähnlich traumatische Erlebnisse bei ihr auszulösen.

Dafür besserte sich ihr Gesundheitszustand täglich. Der Tierarzt war sehr zufrieden mit uns. Beim dritten Besuch erkundigte er sich, ob sie denn schon einen Namen habe. Ich verkündete ganz stolz, dass ich sie "Isla" getauft habe, da Fuerteventura ja eine Insel sei. Er lachte und sagte: "Aaah, Isla also. Nicht Insel, sondern Isla!"

Beim Auschecken aus dem Hotel wünschte mir die Dame an der Rezeption übrigens eine gute Heimreise mit dem kleinen Hund - und zwinkerte mir zu. Ich war total erstaunt und dankbar, dass sie Isla tatsächlich bemerkt,uns aber nicht haben auffliegen lassen!

 



Nach drei Wochen dann der Heimflug nach Deutschland. Alles verlief reibungslos, und selbst die bange Frage, was Numa zu dem neuen Familienmitglied sagen würde, beantwortete sich sofort: Numa adoptierte die kleine Isla und wurde ihr eine liebevolle Ersatz-Mama.

Vier Jahre lang bildeten Numa und Isla ein tolles Team, bis Numa leider Mitte 2006 aufgrund ihrer Erkrankung eingeschläfert werden musste.

Trotzdem ich mit Isla Welpen- und Junghundkurse besucht habe, hat sie ihre Unsicherheit gegenüber fremden Hunden nie vollkommen abgelegt. Sie meidet den Kontakt und reagiert auf Begegnungen mit unbekannten Hunden sehr verunsichert. Kennt sie Hunde hingegen besser, ist sie gelöst und lässt sich auf Spielsituationen ein.


Als Emmi im September 2012 zu uns kam, war Isla zehn Jahre alt. Auch sie hat den Welpen sofort adoptiert und lebt mit ihr als prima Team zusammen.

 

Am 01.02.2015 haben wir Islas 13. Geburtstag mit Kerzen und leckeren Riesenknochen gefeiert. Wir freuen uns unglaublich, dass sie auch in diesem Alter noch so fit ist und sich jeden Tag so über alles freuen kann! 

Sie ist eine unsagbar liebe, gutmütige Dame, die auch heute noch auf den Gassigängen übermütig und ausgelassen herumtobt.


 

 

 

Und 2016 dann der 14. Geburtstag!

Isla hat sich über Bällchen, Kauknochen und Hundeleberwurst gefreut, und wir freuen uns, dass  unsere liebe Isla bei uns ist!

 

Leider ist unsere liebe Isla am 4.2.2016 nur drei Tage nach ihrer Geburtstagsfeier verstorben... 

Wir sind sehr traurig, freuen uns aber, dass sie so ein schönes und ausgefülltes Leben bei uns hatte und wir sie ihre ganzen 14 Jahre begleiten durften!